Freitag, 6. April 2018

Osterspektakel Reduit & Kasteler Rheinstrand [Ausflugtipp]

Wie in jedem Jahr öffneten auch 2018 gewappnete Torwächter die Pforten für den mittelalterlichen Markt in der Reduit am Rheinufer in Mainz-Kastel (Wiesbaden) zur Osterzeit.

Wer das mittelalterliche Treiben auf Märkten mag, wird das Spektakel in der Reduit lieben. Schon seit Jahren bin ich großer Fan von Mittelaltermärkten, egal wie groß der klein sie sind. Ich kann nicht genau erklären, warum ich diese Welt so liebe. Es gibt dort so vieles, was mich reizt. Zum einen liebe ich es, in mein Gewand zu schlüpfen und so ein Teil vom Markt zu werden, wo durch den "Marktsprech" Applaus zu Händegeklapper wird und holde Damen sowie edle Recken ihre Augen aufsperren sollen, wo es so betörend nach besonderem Essen durftet und die Euros sich in Taler verwandeln. Wo Met und Kirschbier aus rauen Bechern getrunken und das Brot am Stock gereicht wird. Ja, vermutlich ist es der kurzzeitige Ausstieg aus dem Alltag, aus dem realen Leben, was mir so sehr gefällt.

Krämer und Zünfte boten ihre Ware feil, überliefertes Handwerk wurde präsentiert, Gaukler und Mittelalterbands verbreiteten fröhliche Stimmung, Greifvögel konnten während der Flugshow, bestaunt werden und auch die Kleinen kamen auf ihre Kosten: Ein hölzernes, handbetriebenes Riesenrad lud zur Fahrt ein und mit Holzarmbrüsten durfte auf böse Drachen und Hexen gezielt werden.

Mein Herzmann ist kein Fan dieser Märkte und doch suchte er damals mit mir gemeinsam das Kleid aus und begleitet mich zu den mittelalterlichen Veranstaltungen (ungewandet, daran muss ich noch arbeiten!). In diesem Jahr bin ich mir ziemlich sicher, habe ich meinen Sohn angesteckt. Ihm hat das mittelalterliche Treiben so richtig gut gefallen. Mal schauen, vielleicht trifft man uns schon bald als Burgfräulein und Ritter auf einem Spektakulum.

Doch kommen wir mal zu den nicht so tollen Dingen, wie dem Eintritt:
Ja, ich verstehe es, dass es natürlich nicht kostenlos geht. Schließlich muss alles Mögliche bezahlt werden: Miete, Strom, Security, Werbung, Sanitätsdienst usw. Aber mal ehrlich, hätte ich mich vorher informiert, wie viel der Eintritt kostet, bin ich mir unsicher, ob wir trotzdem losgefahren wären. Mit einer 4 Köpfigen NormalverdienerFamilie ist das schlussendlich kein Spaß mehr.
9,50 Euro (6 Euro Gewandete).
Auf dem Markt selbst, will man ja auch etwas erleben und das kostet natürlich extra. Wir waren an diesem Tag (Anreise mit der Bahn) ca. 60 Euro ärmer und dabei liegt unser Mädchen noch in ihrem Wagen und verlangt nach nichts, außer ihrem Brei. So schön es auch ist, da überlegt man sich doch, ob man einen Familienausflug nicht doch in eine andere Richtung angeht und ich den nächsten Markt mal alleine erkunde. Traurig aber wahr.
Ja, natürlich könnte man sich auch mit Selbstverpflegung ausstatten und sein Brot aus der Box und das Wasser auf der Flasche trinken, doch unserer Meinung nach, kann man es dann auch ganz lassen. Gerade das Essen und Trinken ist auf den Märkten etwas Besonderes.

Schlussendlich nehmen wir schöne Erinnerungen und ein hölzernes Ritterschwert für unseren kleinen, großen Recken mit!



Alles andere als traurig war auch das Wetter an diesem Tag. Wir hatten einen super sonnigen Karsamstag erwischt und tankten nach dem Marktbesuch noch am Rhein ein wenig Sonne.

Das Kasteler Rheinufer ist ebenfalls einen Besuch wert.
Über die Theodor-Heuss-Brücke gelangt man vom Mainzer Rheinufer aus auf die Kasteler Flussseite.
Es fühlt sich so ein bisschen wie Urlaub an, wenn man sich hier nieder lässt. Doch seht doch selbst:




Vielleicht verschlägt es uns dieses Jahr nochmal auf den Pfingsmarkt in Alsbach oder auf die Münzenburg, im August nach Gernsheim oder auf das Hayner Burgfest in Dreieichenhain. Alle Märkte sind einen Besuch wert!